Zu viele  Mann und Frau  Schneller  Im Regen  Ausgebrannt  Spring  Im Rampenlicht  Hoch hinaus  Lebensfäden  Zu Hause  





Zu viele


Hänschen Klein ging allein in die weite Welt hinein
Hans hat heute andere Sorgen, die weite Welt ist eng geworden

Der Raum dehnt sich nicht aus
Mir scheint er bleibt immer gleich groß
Doch die Menschentierchen werden mehr
Es kriechen immer wieder neue aus dem Mutterschoß

Der Platz reicht mir nicht aus
Man nimmt mir die Luft zum Atmen weg
Zu viele Menschentierchen in diesem engen Haus
Geh ich kurz mal raus, steht gleich ein anderer auf meinem Fleck

Das kann doch wohl nicht sein
Da woll'n noch mehr in diese Welt hinein

Zu viele, zu viele, zu viele Menschentierchen in diesem engen Haus


Mann und Frau


Wir sitzen hier, Mann und Frau
Das sind wir, doch wir wissen nicht genau
Wie lang wir noch einander haben können
Denn irgendetwas wird uns irgendwann mal trennen

Wir halten uns aneinander fest
Und schwören, dass keiner den anderen fallen lässt
Wir hängen aneinander, hängen voneinander ab
Das geht nur gut, wenn man Vertrauen hat

Wir sind uns so nah und manchmal auch so fern
Des anderen Eigenheiten hassen wir so gern
Jeder ist nun mal ein Individuum
Mit einem eigenen Weg, einem eigenen Ziel und eigenen Dingen zu tun

Wir können nur die Zweisamkeit genießen
Solange sie besteht
Im Wissen, dass alles irgendwann vergeht

Halten wir uns aneinander fest
Und schwören, dass keiner den anderen fallen lässt
Wir hängen aneinander, hängen voneinander ab
Das geht nur gut, wenn man Vertrauen hat

Wir können nur die Zweisamkeit genießen
Solange sie besteht
Im Wissen, dass alles irgendwann vergeht


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Schneller


Eile mit Weile, heißt die Zeile
Doch die Welt wird immer schneller, und das ist ja grad das Geile
Zeit ist Geld, Geschwindigkeit regiert die Welt
Schneller als das Licht ist das Ideal, das sich noch immer hält

Immer schneller, das ist die Evolution
Immer schneller, grad noch gedacht und jetzt  passiert es schon
Immer schneller, spontane Manifestation
Immer schneller, Zack, Zack, Zack

Man muss in sich ruhen, um schnell zu sein
Gedanken sind verboten, denn sie schränken sehr das Tempo ein
Schnell, aber ohne Hast, bis jeder Handgriff passt
Aus dem FF macht's euer Körper, wenn ihr ihn nur lasst

Immer schneller, das ist die Evolution
Immer schneller, grad noch gedacht und jetzt  passiert es schon
Immer schneller, spontane Manifestation
Immer schneller, Zack, Zack, Zack


Im Regen


Das Leben lässt einen gern im Regen steh'n, und das ist schön
An trocknen Plätzen lehrt er uns zu schätzen, wo wir steh'n
Er wäscht die Sünden ab, den ganzen Schmutz von unsrer Haut
Der Regen bringt den Segen, auch wenn man keinem Gott vertraut
Er lässt alles wachsen, treibt uns aus die Faxen
Er kommt uns gelegen auf all unsren Wegen, dieser Regen

Er macht uns nass und tut uns selten was
Wir woll'n ihn loben, Gutes kommt von oben
Er macht uns Spaß, er gibt uns Gras
Wir woll'n ihn erleben, diesen Regen


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Ausgebrannt


Im Wasser wäscht du deine Wunden, die dir das Feuer schlug
Nie wieder, sagst du wieder mal, doch klingt's nach Selbstbetrug
Das Feuer deiner Leidenschaft hat dich fast ganz verbrannt
Doch sobald es nicht mehr weh tut, wird's schon wieder interessant

Das Wasser gibt dir Sicherheit, das Feuer gibt dir Spiel
Ein wenig Feuer magst du schon, doch wird es schnell zu viel

Man riet dir stets, bleib weg davon, verbrennst dir deine Hände
Das Feuer ist verführerisch, doch nimmt's kein gutes Ende
Die Glut ganz unten in dir drin bringst du nicht zum verglimmen
Es zieht dich wieder zu ihr hin, du kannst ihr nicht entrinnen

Das Wasser gibt dir Sicherheit, das Feuer gibt dir Spiel
Du jonglierst mit brennenden Emotionen viel zu viel

Bald lodert deine Leidenschaft, dass gar das Wasser brennt
Du stehst in einem Flammenmeer, das keine Vorsicht kennt
Der Leidenschaft, die Leiden schafft, kannst du nicht entflieh'n
Du fühlst dich völlig ausgebrannt, gibst dich dem Feuer hin


Spring


Langsam tastest du dich voran
Schritt für Schritt, dem Ziel entgegen
Kriechend aber voller Hoffnung
Erwartest du den Quantensprung

Spring über deinen Schatten
Spring so hoch du kannst
Spring, lass dich nicht beirren
Spring
Spring ins kalte Wasser
Spring zu den Sternen
Spring übers Hindernis hinweg

Wenn du nicht ab und zu den Boden
Unter den Füßen verlierst
Kommst du niemals ans Ziel
Erreichst du nicht viel
Du bleibst wo du bist

Löse dich vom festen Halt
Spring mit Mut und Urgewalt
Hebe dich vom sicheren Boden ab
Ganz egal was kommen mag

Spring


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Im Rampenlicht


Die Wahrheit ist im Rampenlicht
Es gibt nur einen Weg an diesem Ort für dich
Denkst du an morgen bist du verlor'n
Tu's richtig oder gar nicht  

Im Rampenlicht, tu alles, aber zweifle nicht

Nicht überlegen, keine Zeit zu erwägen
Auch wenn du nichts tust, sei voll dabei
Das Rampenlicht als Lehre fürs Leben
Zögerst du, ist deine Chance vorbei

Im Rampenlicht, tu alles, aber zweifle nicht

Siehst du einen Sinn, so gib dein Leben hin
Was nicht hierher gehört, wird in dir zerstört

Im Rampenlicht

Bist du selbst nicht echt, kommst du nicht zurecht
Ist dein Streben rein, wirst du unsterblich sein


Hoch hinaus


Ihr wollt hoch hinaus, doch ihr dreht euch im Kreis
Wie das kleine Tier in seinem Laufrad, rennt ihr immer schneller
Doch ihr rührt euch nicht vom Fleck

Habt ihr nicht viel erreicht im Leben, sieht man dennoch zu euch auf
Könnt ihr doch dem Menschen geben, was er gerade braucht

Ein Mensch schaut auf zu euch und denkt
Was halt ich fest an meinem Streben, meinem Starrsinn, meiner Angst?
Wenn die dort oben alles geben und froh sind, wenn sie gleich noch leben


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Lebensfäden


Wir hängen alle an ihnen, den Bändern des Schicksals
Sie halten uns am Leben, die Lebensfäden

Wir ziehen uns an ihnen hinauf zu höheren Gefilden
Und nehmen sie als selbstverständlich hin
Obwohl sie gar nicht selbstverständlich sind
Obwohl doch gar nichts selbstverständlich ist

Wehe wenn sie reißen und uns nicht mehr halten, dann müssen wir gehen
Der Wille zum Leben macht sie fast unzerstörbar, lässt uns fortbestehen

Wir ziehen uns an ihnen hinauf zu höheren Gefilden
Und nehmen sie als selbstverständlich hin
Obwohl sie gar nicht selbstverständlich sind
Obwohl doch gar nichts selbstverständlich ist


Zu Hause


Es ist wie aufwachen
Du hast etwas geträumt und das war dein Leben
Jetzt bist du wieder dort, wo du herkommst
Zu Hause

Nicht mehr gefangen in diesem Körper voller Pein
Kann machen was ich will und brauch nichts zu bereuen
Alle Schwere fällt von mir ab, ich bin so leicht als könnt ich fliegen
Alles wirkte so vertrackt, doch was ist jetzt davon geblieben

Nichts mehr wie es war, alles wunderbar, keine Sorgen mehr
Und jetzt weiß ich, hier gehör ich her

Da ist keine Last auf meinen Schultern, keine Trauer, keine Pflicht
Ich bin kein getrenntes Wesen mehr, verliere mich im Licht
Im Vergleich mit dieser Seligkeit war ich im Leben wie gelähmt
Es gibt keinen Vorwurf, kein Gericht und nichts was mich beschämt

Die Last des Lebens war oft schwer, jetzt spür ich sie nicht mehr
Hätt ich all das gewusst im Leben, hätt es nie Verdruss gegeben
Mein Leben war nach meiner Wahl, doch wusst ich's nicht einmal

Existiert gar keine Zeit, ist auch die Ewigkeit nur eine Kleinigkeit
Die Zeit, die Welt, der Weltenraum war alles nur ein Traum


(Dieser Text wurde im Gedenken an Jillou und Markos geschrieben)


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